Mit Rollstuhl in Miami – Meine (fast) barrierefreie Reise (1)

Ja, ich habe es gewagt, meine Flugangst überwunden und bin zusammen mit meiner Schwester über den großen Teich, in die USA, geflogen. Wenn ich das so schreibe, bin ich immer noch begeistert, dass ich das gemacht habe. Wer weis schon, ob man es später noch mal machen wird und es nicht ansonsten bereuen wird. Aber von Anfang an…

Von einer Schnappsidee bis nach Miami mit dem Rollstuhl

Wie es zu dieser Reise kam war schon ziemlich witzig und typisch für meine Schwester und mich. Irgendwann im Sommer brauchte ich mal wieder ein paar neue kurze Hosen. Dafür sind wir, bei extrem guten Wetter, zusammen in die Stadt. Während der Pausen des Shoppings haben wir dann etwas rumgesponnen (wie wir es gerne mal machen :p), dass es doch auch ganz cool wäre, bei diesem Wetter irgendwo am Strand zu liegen. Vom schnell zu erreichenden Spanien waren wir dann auf einmal in den USA. Richtig cool wäre dort ja auch Miami Beach waren wir uns recht schnell einig. Von da an war dann, zumindest in der Phantasie, schonmal das Ziel klar. Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht wirklich geglaubt, dass wir das dann auch wirklich machen werden. Zu oft hatte ich, z.B. bei den tollen Urlauben von Urlaubspirat und wie sie alle heißen Urlaube gesehen und gedacht, da fliegste mal, irgendwann, hin. Aber diesmal war es anders. Nach dem wir dann vom Shopping wieder zuhause waren erzählten wir es unserer Mama. Wirklich glauben konnte sie es auch nicht.

Die ersten Tage nach unserer, zu dieser Zeit von mir noch fast als Schnapsidee abgetanen Idee, sah ich auf Facebook plötzlich ein Reiseangebot, bei einer der einschlägigen Schnäppchenseiten. Für ~ 600€ incl. Flügen p.P. nach Miami Beach in eine 3* Hotel. Ziemlicher Zufall dachte ich mir. Somit war der Gedanke an unsere Reise wieder da. Nach weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass wir von Düsseldorf mit dem Zug nach Frankfurt und von dort direkt nach Miami mit Lufthansa nochmal einen günstigeren Flug bekommen könnten. Für ~330€ p.P. hin und zurück. Mit Lufthansa und dem A380. Für den Preis war uns klar, die Reise müssen wir machen. Somit waren dann die Flüge schon mal gebucht. Für beide Flüge auch direkt die Sitzplätze reserviert. 90A und B. Am 27.9.2016 hin und am 5.10.2016 zurück.

Anders als auf der Schnäppchenseite buchten wir alles einzeln. Hotel fehlte aber noch. Dies war dann nochmal etwas umständlicher…

In den USA ist Barrierefreiheit kein Fremdwort. Dennoch muss man bei den Hotels schon auf darauf achten. Auf den einschlägigen Preisvergleichseiten im Internet wird dies leider nicht bei allen Hotels explizit angeben, was die Auswahl für uns nicht gerade einfacher machte. Nach vielen Vergleichen entschieden wir uns dann doch, in eine Reisebüro zu gehen, damit wir uns dann auch sicher sein können, dass das Hotel wirklich auch barrierefrei ist und alles passt. Das kann ich wirklich empfehlen, um auf Nummer sicher zu gehen. Gerade wenn man das erste mal in die USA reist, weis man ja nicht ganz genau, wie dort so die Standards sind. Entschieden haben wir uns dann für das Rio Hotel Miami Beach direkt am Strand – Mid-Beach. Gebucht wurde es vom Reisebüro über Tui. Für das Hotel gab es dann ein extra Formular, auf dem ich bzgl. meines Rollstuhls weitere angaben machen sollte. Größe, Gewicht, Elektro oder nicht, uvm. Nachdem das alles geklärt war, stand unserer Reise. Es geht in die USA!

Eine Reise mit Rollstuhl muss geplant sein

Ein paar Dinge waren aber noch zu erledigen. So z.B. der Transfer mit der Bahn zum Flughafen nach Frankfurt und dort vom Gleis zum Gate. Der Reisepass musste auch noch geordert werden. Ich hatte bis dato nämlich keinen. Den Reisepass habe ich mehr oder weniger direkt nach dem Buchen der Flüge im Rathaus beantragt. Ging recht schnell, obwohl mir alle sagten, dass dauert ewig.

Mit dem Reisgepäck ist es allerdings alleine etwas schwierig. Aber hierfür gibt es von der Bahn und auch vom Flughafen Frankfurt Hilfe. Nämlich den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn und FraCare vom Flughafen in Frankfurt. Eine Woche vor dem Abflug habe ich dann noch bei der Lufthansa meinen Rollstuhl angemeldet. Bei Bedarf gibt es hier auch Hilfe mit einem Rollstuhl, speziell für den Gebrauch in der Kabine. Da ich aber noch etwas Laufen kann, bin ich auf diesem Service nicht angewiesen.

Zurück zum Mobilitätsservice der Deutschen Bahn. Da ich diesen Service auch schon öfter mal genutzt habe, um z.B. nach Koblenz zu kommen, war die Anmeldung dort kein Problem für mich. Anders aber bei FraCare. Hier war offensichtlich die Zuständigkeit nicht ganz klar. Bei dem mehrfachen Versuch dort Hilfe anzumelden, wurde ich zwischen Lufthansa und FraCare hin und her verwiesen. Erst nach dem vierten oder fünften Versuch erbarmte sich dann eine Mitarbeiterin von FraCare und meldete mich an. Allerdings betonte sie nochmal, dass nach ihrem Wissen die Lufthansa dafür zuständig sei. War mir dann aber auch egal. Hauptsache wir werden am Gleis am Bahnhof in Empfang genommen und zum Gate begleitet. Ich kann nur jedem Empfehlen sich hier nicht abwimmeln zu lassen. Auf der Internetseite wirbt der Flughafen und auch die Lufthansa mit der Hilfe. Wer das dann organisieren muss ist, finde ich, nicht die Aufgabe des Kunden wenn man die korrekten Telefonnummern anruft. Nach dem Aussteigen aus dem Zug wird man dort quasi vom Mobilitätsservice der Bahn an FraCare übergeben. Somit war dann alles organisiert und geklärt.

Am 27.09.2016 ging es dann, morgens um 5:00 Uhr los, in Richtung Düsseldorf Hauptbahnhof.

Wie der Urlaub in Miami dann mit dem Rollstuhl war und ob die Barrierefreiheit wirklich so gut war, könnt ihr dann im zweiten Teil lesen.

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