Mit Rollstuhl zur Darts WM nach London – Teil 2

Der zweite Teil von meinem Bericht über die Darts WM 2015.

Auf zum Ally Pally

Gegen 16 Uallypally mainentrancehr haben wir uns dann auf dem Weg Richtung Alexandra Palace, im Norden von London, gemacht. Einlass ist 90 Minuten vor Beginn, also um 17:30. Wir dachten wir sind gut in der Zeit. Dummerweise ist genau dann an unserer Station der Zug ausgefallen und wir mussten kurzfristig umdisponieren. Gar nicht mal so einfach, vor allem genau in der Rush Hour in London. Natürlich ist dann nämlich auch noch genau das passiert, worauf man sich als Rollifahrer besonders freut. Bei eine barrierefreien Station ist der Aufzug ausgefallen. Jetzt standen wir wieder da. Ich muss an dieser Stelle aber auch wirklich deutlich sagen, die Engländer sind extrem Hilfsbereit. Wir standen wirklich keine drei Minuten, eine Lösung suchend, herum, da kamen auch schon Leute zu uns und fragten, ob sie helfen können. Das war wirklich total genial und hätte ich so nie erwartet. Das war nicht nur in der Tube der Fall, sondern auch beim Busfahren. Als wir dann mit der Tube an der Station Kings Cross angekommen waren, mussten wir uns erstmal orientieren und den Weg finden. Dies ging dann am Ende doch noch recht leicht, da wir viele verkleidete Leute gefunden haben, die eigentlich nur zum Ally Pally hätten fahren können. Somit sind wir dann mit dem Zug zur Alexandra Palace Station gefahren. Diese Station ist allerdings leider nicht barrierefrei und hat keinen Aufzug. Daher sollte man hier mit Rollstuhl nur aussteigen, wenn man Begleitung dabei hat, die weis, wie man mit Rollstuhl Treppen hoch und runter kommt. Da bin ich mit meinen Freunden super aufgestellt. Wir sind schon ein eingespieltes Team. Auch Rolltreppenfahren ist kein Problem für uns 🙂 Nachdem wir dann vom Bahnsteig war waren ging es zu Fuß den Berg hinauf, auf dem das Ally Pally thront. Im Nachhinein kann ich nur empfehlen, mit der Buslinie W3 den Berg hochzufahren. Dieser ist nämlich schon ziemlich steil und zieht sich extrem. Als wir oben waren hatten meine Kollegen wahrscheinlich schon nen Puls von „Onehundredandeightyyyyy“ 😀 Oben am Eingang erwartete uns eine recht lange Menschenschlange wo man schon Sorge haben konnte, man müsste noch ziemlich lange draußen warten. Dies ging dann aber doch recht fix und wir waren um 19:15 endlich im Ally Pally. Drin musste man sich für die Getränke Wertmarken kaufen. Eine Wertmarke kostet £ 1,60. Ein Pitscher Bier kostete acht bierWertmarken und somit schlappe 17€. Naja, man gönnt sich ja sonst nix. Noch einmal kurz auf Klo und ab zu den Plätzen. Die Toiletten für Rollstuhlfahrer sind abseits der normalen Toiletten. Dadruch hat man dort auch keinen Stau. Die Toilette ist allerdings recht klein. Griffe und Halterungen sind allerdings vorhanden. Sogar Seife war da, Yeah!

Game on!

Als wir unsere Plätze dann erreicht hatten, war das erste Spiel das Abends, ein Qualifikationsspiel für die erste Hauptrunde, schon im Gange. Die Rollstuhlplätze sind direkt an der Bühne rechts außen. Somit hat man auch kein Problem direkt mit dem Rolli an den Tisch zu fahren, oder so wie ich, den Rollstuhl an der Seite zu parken und dann auf einem normalen Stuhl platz zu nehmen. Wir kamen an diesem Abend in den Genuss von vier Partien.

Andy Boulton 2-1 Per Laursen (Qualifikation)
Jamie Lewis 1-3 Daryl Gurney
Peter Wright 3-0 Keegan Brown
Gary Anderson 3-0 Andy Boulton

Onehundredandeightyyyyyy
Onehundredandeightyyyyyy

Die letzten beiden Spiele alleine waren die Reise wert. Die Zuschauer und die Caller gaben alles und alles hat getobt. Die Stimmung war exzelent und das Bier hat auch geschmeckt. Direkt bei uns am Tisch saß ein Ehepaar aus England, die uns immer wieder angequasselt haben. Trotz versuchen des ignorierens hat es nix gebracht und wir hatten immer wieder sehr interessante Themen auf englisch. So ein britischer Akzent wird auch nicht leichter zu verstehen, wenn man mehr trinkt :p

Als das letzte Leg gespielt war und der letzte Pfleil wieder aus dem Board gezogen war, war ich doch ziemlich überrascht, wie schnell dann die Halle geräumt wurde. Ca. um 22:40 war das Spiel ende und um ca. 23:00 waren wir wieder draußen. Außerhalb der Haupthalle waren auch schon alle Stände geschlossen und vieles abgesperrt. So auch der Weg zur Behindertentoilette. Die Ordner haben uns dann aber doch nochmal zur Toilette durch gelassen.

Zurück zur Lodge

Als wir dann wieder raus waren, ging es geplant, eigentlich zum Piccadilly Circus. Da die Tube Nachts allerdings einen deutlich eingeschränken Fahrplan hat und es mittlerweile schon 23:30 war hatten wir ein ziemliches Problem mit dem Fahren. In jeder der Stationen in denen wir ausgestiegen sind, kam die Durchsage:“Last Service“ und wir würden dort feststecken, wenn wir nicht weiter fahren. Somit sind wir dann auf halber Strecke doch umgestiegen und haben den Heimweg eingeschlagen. Auf Grund besagter Fahrplanänderungen war dies nicht annähernd so einfach wie es sich anhört. Ich kann daher nur jedem raten, sich beim Hinweg schon gedanken darüber zu machen, wie man wieder nach Hause kommt. Wir hätten dies auch besser machen sollen. Nachdem wir dann irgendwann auf einer Brücke in London gestrandet sind ging die Orientierungssuche wieder los. Mit der Busverbindung 131 hätten wir fahren können, diese ist allerdings das letzte Mal an diesem Abend vor 20 Minuten gefahren. Somit mussten wir dann die Linie 181 nehmen, die erstens erst in 15 Minuten kam und einen extremen Umweg genommen hat. Aber gut, wir hatten irgendwie keine Wahl mehr. Immerhin sind die Busse in London zum allergrößten Teil auch alle barrierefrei und an der Station wird direkt ein Rampe aus dem Bus gefahren, wenn man mit einem Rollstuhl davor steht. Dies ist deutlich besser als in Deutschland bei uns. Somit sind wir dann mitten in der Nacht, inzwischen war es kurz vor eins, mit dem Bus Richtung Peckham Lodge fahren. Dank Handy und Karten App konnten wir uns dann auch sicher sein, dass wir in dem richtigen Bus sitzen 🙂 So gegen kurz nach zwei in der Nacht waren wir dann endlich da und sind alle mehr oder weniger tot ins Bett gefallen.

Weiter geht’s im dritten Teil meines Berichts.

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